Gemeinden / Gemeinde Düsseldorf

Die Düsseldorfer alt-katholische Gemeinde

Angekommen

von Andreas Hoffmann

Am 28. März 1876 wurde die „Katholische Gemeinde für die Alt-Katholiken Düsseldorf“ gegründet.

Am 30. März 2008 – also fast auf den Tag genau 132 Jahre später – wird als erste eigene Kirche der Düsseldorfer Gemeinde von Bischof Joachim Vobbe die Thomaskirche in Düsseldorf-Reisholz geweiht.

In den Jahren dazwischen gab es eine wahre Odyssee:

Bis 1943, also 67 Jahre lang, waren wir – wie berichtet wird – in einer „großen evangelischen Kirche“ zu Gast; das Archiv und die Dokumente gingen in den Brandspuren des Krieges restlos unter. Es gibt Erinnerungen an die Berger-Kirche in der Altstadt. Gemeindemitglieder erinnern sich an Straßenbahnfahrten „zu 10 Pfennigen“, vom damaligen Pfarrer bei den Messdienern ersetzt, an Fußwege zur Kirche von mehr als einer Stunde.

1943-1983 waren wir Gast in der anglikanischen Schwesterkirche „Christ-Church“ an wechselnden Orten.

1983-2005 wurde zu „unserem Gemeindezentrum“ die evangelische Tersteegenkirche in Golzheim. Mit Abschluss eines Mietvertrages für die dortige Thomaskapelle 1997 war es rund 120 Jahre nach der Gründung der Gemeinde erstmals möglich, einen zusätzlichen Gemeinderaum im Kellergeschoss so zu gestalten, dass wir uns darin zu Hause fühlen konnten. Die „Katakombensituation“ wurde allerdings von neu zu uns stoßenden, suchenden Christen nicht besonders einladend empfunden, auch wenn sie die Gemeinde als zugewandt und offen erlebten.

Sparsamste Verwaltung der finanziellen Mittel über Jahrzehnte ermöglichte es, 2007 die evangelische Klarenbachkapelle in Düsseldorf-Reisholz ohne die Aufnahme eines Kredites zu erwerben. Nur: die dann nötigen Investitionen in Sanierung, Umbau und Gestaltung führten nicht nur an die Grenze der geschaffenen Rücklagen, sondern trotz des Einsatzes von sehr viel Zeit und Kraft der Mitglieder der Gemeinde zu absehbarer Überforderung. Die Mittel reichen für allenfalls noch 4-5 Jahre, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht, falls nicht die Großzügigkeit einer solidarischen Kirche und phantasievolle Wege der Menschen mit viel Engagement eine neue Grundlage schaffen.

Düsseldorf ist eine kleine Gemeinde geblieben, auch wenn es heute rund 200 Mitglieder sind, immerhin aus einem Umkreis, der Solingen, im Westen den Kreis Neuss und im Osten Wuppertal und Remscheid umfasst. Wichtiger als Zahlen und Räume ist das innere Wachstum, das Bewusstsein: Kirche und Glaube leben aus der Gemeinsamkeit, können sich ohne einen Ort und Raum aber auch verflüchtigen.

Das Engagement der Seelsorger und anderer Mitglieder der Gemeinde hat dazu geführt, dass trotz der äußeren schwierigen Verhältnisse zahlreiche Menschen zur Gemeinde fanden. Gab es zeitweise einen Gottesdienstbesuch von einer bis weniger als fünf Personen, kommt heute regelmäßig sonntags ein Kreis von rund 25 bis 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Gottesdienst zusammen. Der Erwerb der Thomaskirche hat dazu sicher beigetragen. Und die Gemeinde hofft, dass sich hier ein eigenes Zentrum spiritueller Inspiration und erlebter Gemeinschaft entwickeln kann.

In der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es nun erstmalig ein eigenes bescheidenes alt-katholisches Zentrum, das der Stärkung durch geschwisterliche Solidarität bedarf. Zum ersten Mal wohnt mit Thomas Schüppen der Seelsorger neben der Kirche, auch wenn es (noch) keine hauptamtliche Stellenbesetzung gibt. Mit äußerer Stabilisierung wird das innere Wachstum fortgeführt werden können und gelingen.

Ja, wir sind „angekommen“.

Es ist schon heute zu spüren: Wer angekommen ist, Boden unter den Füßen und Raum über seinem Kopf hat, kann auch zum Zeichen und Zeugnis werden. Denn Gemeinde und Kirche sind nicht Selbstzweck, sondern Zeugen Gottes in Stadt und Welt.

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Steubenstraße 13
40599 Düsseldorf-Reisholz

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