Gemeinde München

Hausgottesdienst

Gottesdienst für den 07.06.2020 – Dreifaltigkeitssonntag

Einführung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
Amen.
Heute, am Sonntag nach Pfingsten, feiern wir den
Dreifaltigkeitssonntag. Gott ist Beziehung, Gott ist Begegnung, Gott
ist Berührung. All das gehört zum Wesen Gottes und wird durch
das Bild der Dreifaltigkeit ausgedrückt. Gott will Beziehung mit uns,
will uns begegnen und berühren.
Wenn wir Gottesdienst feiern, in der Kirche oder geistlich
miteinander verbunden zu Hause, dann glauben wir daran, dass
diese Beziehung lebendig ist. Wir glauben, dass Jesus Christus
selbst hier bei uns ist. Zu ihm, unserem Bruder, rufen wir:

Kyrie, Kyrie eleison

Jesus Christus, Du lädst uns ein, Dir zu folgen
Kyrie, Kyrie eleison

In Dir wissen wir uns geborgen…
Kyrie, Kyrie eleison

Du sendest den Geist als Beistand
Kyrie, Kyrie eleison

Gebet des Tages

Gott, du Schöpfer des Himmels und der Erde, .
in deinem Sohn Jesus Christus
hast du unser Leben und Sterben geteilt.
Dein Geist wohnt in uns und hält uns lebendig.
Lass deine Liebe, deine Freundlichkeit, dein Erbarmen
Raum gewinnen in unserem Leben.
Dein Reich komme!
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt
in alle Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (2 Kor 13, 11-13)

Im Übrigen, Brüder und Schwestern, freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen.
Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Halleluja-Ruf

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 3, 16- 19)

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

Predigtgedanken

Der amerikanische Franziskaner Richard Rohr beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Theologie der Dreifaltigkeit. Er hat sich dabei immer mehr von den Versuchen einer Definition der Trinität abgewandt, die ja manchmal wie eine mathematischen Gleichung anmuten: Wie kann 3 jemals 1 und 1 jemals 3 sein?
Viel wichtiger für ihn ist die Überlegung, was dieses Bild ausdrücken soll. Für ihn, und er bezieht sich dabei auf die frühen Kirchenväter, bedeutet Trinität Beziehung, Bewegung, Berührung.
Richard Rohr sagt auch, wir verstehen die Dreifaltigkeit am besten, wenn wir uns von Gott berühren lassen. Berührt sein, ist, wie bewegt sein, ein Wort, das wir sowohl wörtlich wie im übertragenen Sinne verwenden. Ich glaube, dass diese Doppelbedeutung eine Wortgruppe definiert, die Dinge ausdrückt, die für uns existentiell wichtig sind. Dinge, die wir im Leben brauchen, und zwar auf wörtliche und auf übertragene Weise.
Berührt werden ist ja, mit den immer noch geltenden Kontaktbeschränkungen, etwas, was viele von uns schmerzlich vermissen. Umarmungen drücken Zuneigung auf eine Art aus, die Worte nur schwer erreichen können.
Berührt werden, und zwar in beiden Bedeutungen des Wortes, erinnert uns auch immer wieder daran, dass wir nicht alleine sind, sondern in einem Netz von Beziehungen leben.
Wenn wir uns die Geschichten, die von Jesus überliefert worden sind, ansehen, dann geht es dort immer auch um Berührung. Entweder um körperliche Berührung, wenn Jesus heilt, geht das ja oft über eine Berührung, wie wenn er dem Blinden Brei auf die Augen legt oder die Frau mit den Blutungen sein Gewand berührt.
Oder es geht darum, dass Menschen von Jesus und dem, wie er auf sie zugeht, im Herzen berührt werden, so wie Zachäus und wohl alle Frauen und Männer, die Jesus folgen, deren Leben durch ihn anders wird.
Auch das heutige Evangelium erzählt von so einer Begegnung, es ist ein Teil des nächtlichen Gesprächs mit Nikodemus, in dem dieser versucht, zu verstehen, wer dieser Jesus ist. Nikodemus ist von diesem Gespräch berührt und verändert worden. Davon erfahren wir in der Passionsgeschichte des Johannesevangeliums, wo er die Salben für den Leichnam Jesu bringt, eine kostbare Gabe, die wohl auch zeigen soll, wie wichtig Jesus für ihn war.
Im heutigen Evangelium hören wir mit Nikodemus, dass Gott die Welt so sehr liebt, dass er uns seinen Sohn geschickt hat. Gott will Beziehung mit uns, will uns Gutes, will unsere Rettung. Gott will uns mit hineinnehmen in das Geheimnis der Dreifaltigkeit. Aber dieses Mithineinnehmen setzt voraus, dass wir uns auf diese
Beziehung einlassen, dass wir uns bewegen, berühren lassen.
Wenn wir berührt werden, dann kann uns das verändern. Ich bin berührt, dass heißt, etwas ist oder wird mir wichtig. Von Gott berührt zu sein, heißt, zu versuchen, mit Gottes Augen zu sehen. Dann wird uns Ungerechtigkeit und Leiden berühren, dann werden wir auch angestiftet, zu versuchen, etwas zu ändern. Das ist sicher anstrengend und oft schwierig. Insbesondere heute, wo wir ja weltweit verbunden sind, und von den Problemen der ganzen Welt erfahren. Ich denke, es geht darum, unser Herz nicht zu verschließen, berührbar zu bleiben und zu versuchen, dass zu tun, was für uns jetzt gerade möglich ist.
Gott will, dass wir uns berühren lassen, von ihm und voneinander. Richard Rohr nennt das das Geschenk der Dreifaltigkeit.

Glaubensbekenntnis

Fürbitten

V: Du Gott der Liebe, du willst Leben für alle. Du willst uns berühren, du willst in uns leben. So bitten wir dich:
Sende aus deinen Geist – (A:) und das Antlitz der Erde wird neu
Wir bitten um deinen Geist: für alle, die im Dunkeln leben, die ohne Hoffnung sind, und für alle, die nach Leben hungern
Sende aus deinen Geist – (A:) und das Antlitz der Erde wird neu
Wir bitten um deinen Geist: für alle Kranken und Einsamen, für alle, die sich nach Berührung, nach Liebe und Verständnis sehnen.
V: Sende aus deinen Geist – (A:) und das Antlitz der Erde wird neu.
Wir bitten um deinen Geist: für alle, die halt- oder heimatlos sind, für die Menschen auf der Flucht und für alle, die in Kriegsgebieten leben.
V: Sende aus deinen Geist – (A:) und das Antlitz der Erde wird neu.
Wir bitten um deinen Geist: für alle, die sich um Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bemühen, für alle, die in Amerika gegen Rassismus und Polizeigewalt protestieren und für alle, die Verantwortung tragen in Amerika und in der Welt.
V: Sende aus deinen Geist – (A:) und das Antlitz der Erde wird neu.
Wir bitten um deinen Geist: für alles, was jeder und jedem einzelnen von uns heute besonders am Herzen liegt.
Stille –
V: Sende aus deinen Geist – (A:) und das Antlitz der Erde wird neu.

Vaterunser

Vater unser im Himmel.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott, Kraft, die unser Leben trägt und leitet, segne uns.
Begleite unsere Schritte in die kommende Zeit.
Berühre uns durch die Menschen, die uns begegnen
Und las uns die Fülle des Lebens erahnen
Ermutige uns, aus der Kraft unseres Glaubens Verantwortung zu übernehmen für unsere Welt.
Sei uns Güte und Weisheit, Quelle und Ziel, Sehnsucht und Antwort.
So segne und behüte uns, dreieiniger Gott
Vater, der Sohn und heilige Geistkraft.
Amen.

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