Innehalten - Geistlicher Impuls

7. Sonntag der Osterzeit

Die Lesungen vom 7. Sonntag der Osterzeit

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1. Lesung: Apg 1, 12-14

https://www.bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte1%2C/12-14

2. Lesung: 1 Petr 4, 13-16

https://www.bibelserver.com/EU/1Petrus4%2C13-16

Evangelium: Joh 17, 1-11a

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes17%2C1-11a

 

Gedanken zum Evangelium

„Das ist das ewige Leben, dich, den einzigen wahren Gott zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ (Joh 17, 3)

Der Evangelist Johannes hat in seinem Evangelium ein großes Thema, welches er in immer neuen Variationen wiederholt: Wer an Jesus glaubt, hat das ewige Leben.

Sicher kann man nun fragen, was hat man davon, sich an der Botschaft und am Leben Jesu zu orientieren? Was hat man davon, Christ zu sein und in die Kirche zu gehen? Vielleicht Nachteile um des „Namens Jesu“ willen in Kauf zu nehmen (vgl. die 2. Lesung)

Johannes gibt darauf verschiedene Antworten. Und er gibt sie in Bildworten, in Aussagen, die er Jesus in den Mund legt:

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ (vgl. Joh 6,35)

Wer sich einlässt auf diesen Jesus, der kann aus dieser Beziehung Kraft schöpfen, der findet Worte, die ihn stärken, aufbauen, trösten und ihm Mut machen können. Der findet sozusagen ein Lebens-Mittel, der entdeckt in der Botschaft Jesu das, was er zum Leben braucht.

„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wandelt nicht in der Finsternis, sondern hat das Licht des Lebens“ (vgl. Joh 8,12)

Wer sich auf diesen Jesus einlässt, wer sich mit dem Reden und Handeln Jesu auseinandersetzt, der bekommt Orientierung für seinen Lebensweg, dem geht „ein Licht auf“, der sieht die Dinge klarer und der bekommt eine Perspektive. Der kann sagen: „Jetzt ist es nicht mehr so dunkel in meinem Leben!“

„ich bin die Tür. Wer durch mich eintritt wird gerettet.“ (vgl. Joh 10)

Wer sich auf Jesus einlässt, der findet einen neuen Zugang zu Gott und zu seinen Mitmenschen, der entdeckt eine neue Freiheit, eine neue Weite.

„Ich bin der Gute Hirte“ – „Ich bin der Weg“ – „Ich bin der Weinstock“ – „Ich bin die Auferstehung.“

Auch diese Bildworte kennen wir oder haben sie schon gehört. Wir können über sie meditieren, können versuchen zu ergründen, was Johannes mit ihnen uns sagen will. Es sind auch Variationen seiner zentralen Aussage: Wer an Jesus glaubt, der hat ein erfülltes, ein wahres, ein neues Leben.

Und dieses Leben beginnt nicht nach dem Tod, sondern schon hier und jetzt. Wir sind dann nicht wie ein verdorrter, abgestorbener Baum am Wegesrand, sondern in uns ist Leben, das auch mit unserem Tod nicht endet.

(Klaus-Dieter Gerth)

 
 

6. Sonntag der Osterzeit

Die Lesungen vom 6. Sonntag der Osterzeit

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1. Lesung: Apg 8, 5-8.14-17

https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte8%2C5-8.14-17

2. Lesung: 1 Petr 3, 15-18

https://www.bibleserver.com/EU/1.Petrus3%2C15-18

Evangelium: Joh 14, 15-21

https://www.bibleserver.com/EU/Johannes14%2C15-21

 

Gedanken zur 2. Lesung

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (vgl. 1 Petr 3, 15)

Sagen, warum ich Christ bin – das ist gar nicht so einfach. Wir sind zwar alle getauft, wohl auch gefirmt, aber darüber Rechenschaft ablegen, was mich in meinem Leben letztlich hält und trägt, mir Kraft und Hoffnung gibt, und das vielleicht spontan, das fällt dann doch oft schwer. Zumal solche Anfragen an mich meist indirekt gestellt werden.

So zum Beispiel, wenn einer sagt: „Man muss alles nehmen, wie es ist!“ oder „Da kann man ja doch nichts machen.“ oder „Die Hoffnung habe ich schon lange aufgegeben.“ Bei solchen Sätzen muss ich mir klarmachen, dass jemand indirekt nach meiner christlichen Hoffnung fragt, auch wenn es ihm vielleicht gar nicht so bewusst ist.

Und wenn einer resigniert und die Freude am Leben verliert, depressiv mit sich selbst und seiner Zeit nichts mehr anzufangen weiß oder vielleicht nur noch über Geld, Urlaub und Fernsehen oder Internet reden kann, dann stellt sich mir die Frage nach dem tragenden Grund seines Lebens und damit auch versteckt die indirekte Frage an mich, was denn mein tragender Grund ist.

Manche erzählen mir auch ihre Lebensgeschichte, ihre Krankheiten und Schicksalsschläge und stellen damit in Grund genommen eine stille Anfrage an meinen Glauben.

Sagen, warum ich Christ bin – das ist gar nicht so einfach und braucht Mut, auszuhalten, wenn man ausgelacht wird oder für naiv gehalten und hoffnungslos altmodisch. Und vielleicht ist man auch einfach unsicher, weil man nicht Theologie studiert hat und sich nicht so gut ausdrücken und die Dinge erklären kann. Aber viel wichtiger ist, echt zu sein, mit seinen Worten zu sagen, warum man glaubt, warum man hofft, dass das Leben nicht sinnlos ist, sondern ein im Sinne Jesu erfülltes und gelungenes, warum man hofft, dass durch das Christentum etwas mehr Friede in die Welt kommen kann und warum man hofft, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern dass durch den Tod das ganze Leben bei Gott ankommt.

Und manchmal können Taten viel eindrucksvollere Hoffnungszeichen sein, Zeichen, mit denen meine Hoffnung „Hand und Fuß“ bekommt: wenn ich Kranke besuche, Trauernde nicht allein lasse, Suchende begleite, der Umwelt eine Zukunftschance geben will und gegen Unrecht und Ungerechtigkeit meine Stimme erhebe – oder einfach nur meinen Mitmenschen freundlich begegne.

„Seid bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“

Ein Bibelwort, das uns reizt, immer wieder über unser Christsein nachzudenken.

(Klaus-Dieter Gerth)

Der Regenbogen als Zeichen der Hoffnung und Verheißung

 

5. Sonntag der Osterzeit

Die Lesungen vom 5. Sonntag der Osterzeit

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1. Lesung: Apg 6, 1-7

https://Bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte6%2C1-7

2. Lesung: 1 Petr 2, 4-9

https://Bibelserver.com/EU/1Petrus2%2C4-9

Evangelium: Joh 14, 1-12

https://Bibelserver.com/EU/Johannes14%2C1-12

„Ich bin der Weg… “ Foto: KDG
 

Gedanken zum Evangelium

Das Johannesevangelium unterscheidet sich von den anderen drei Evangelien. Es beginnt nicht mit der Geburt Jesu, sondern mit einem Gedicht oder einem Lied: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“

Wahrscheinlich hat der Evangelist Johannes die andren Evangelien bereits gekannt. Allerdings wollte er diesen noch etwas hinzufügen. Eine weitere Dimension zu den Geschichten des Glaubens an Jesus, den Christus.

In den ersten drei Evangelien überwiegen die Gleichnisse und Wundergeschichten. Bei Johannes werden die Wunder „Zeichen“ genannt und statt der Gleichnisse finden sich die sogenannten „Ich-bin-Worte“ Jesu, so auch im heutigen Text. Hier haben wir gelesen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Diese Wort lädt uns zum meditativen Verweilen ein. So könnten wir über die Aussagen Jesu fragend meditieren: Welchen Weg gehe ich? – Was ist mein Ziel? – Bin ich auf dem Weg zum Vater? – Und was bedeutet das für mich?

Die Worte können in uns eindringen und uns in Jesu Geist verwandeln. Es liegt an uns, seine Aussagen in unserem Herzen zu bedenken und lebendig werden zu lassen.

(Martin Möllmann)

 
 

4. Sonntag der Osterzeit

Die Lesungen vom 4. Sonntag der Osterzeit

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1. Lesung: Apg 2, 14.22-33

https://www.bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte2%2C14.22-33

2. Lesung: 1 Petr 1, 17-21

https://www.bibelserver.com/EU/1.Petrus1%2C17-21

Evangelium: Lk 24, 13-35 oder Joh 21, 1-14

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas24%2C13-35

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes21%2C1-14

 

Gedanken zum Text aus dem Johannesevangelium

Unternehmensberater sind heute „in“, jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, jede Organisation leistet sich solch eine Beratung. Ein Unternehmen oder eine Organisation sollte ein Leitbild haben, und es sind immer 3 Aspekte, die unabdingbar zu diesem Leitbild gehören:

– eine Mission, eine Zielvorstellung und eine Zukunftsperspektive

– eine Vision, eine Zielvorstellung und eine Zukunftsperspektive

– eine Identität, ein unverwechselbares Profil, ein Selbstbewußtsein

Erstaunlich, dass dies alles der Verfasser des Johannesevangeliums schon vor fast 2000 Jahren gewusst hat, denn er präsentiert den Gemeinden des beginnenden 2. Jahrhunderts ein Leitbild mit diesen 3 Aspekten: ein Leitbild einer österlichen Kirche – einer Kirche, in der Jesus lebendig ist, seine Ideen, seine Geschichten, seine aufbauenden Worte, seine Art, den Menschen zu begegnen.

1. Die Mission, der Auftrag ist, Menschen zu gewinnen für die Sache Jesu, für das Reich Gottes, „Menschenfischer“ zu sein. Oder anders ausgedrückt: Menschen an Land bringen, auf den Boden des Glaubens, der Halt und Sinn geben kann, eine Perspektive für ein gelingendes Leben anbieten. Entscheidend dabei ist, das Netz auf der „rechten“ Seite auszuwerfen. Die „rechte“ Seite ist die positive, die richtige Seite. Es geht darum, Menschen für die Sache Jesu zu begeistern, zu gewinnen, sie einzuladen und dabei keine Hindernisse aufzubauen.

2. Die Vision, die Zielvorstellung ist, dass Gemeinde, dass Kirche dabei wie ein Netz sein soll, das trägt und auffängt, das ganz unterschiedliche Menschen miteinander in Verbindung bringt, „vernetzt“. Ein Netz, das aber so angelegt und groß ist, dass alle darin ihren Platz finden. Gemeinde, Kirche ist kein Museum, sondern lebendige Gemeinschaft in Vielfalt.

3. Unsere Identität, unser Selbstverständnis kommt dabei besonders in der Feier der Gottesdienste zum Ausdruck, vor allem auch im gemeinsamen Mahl, das niemanden ausschließt, auch wenn es zur Zeit in der momentanen Situation noch nicht wieder möglich ist. Unsere Gemeinschaft, unsere Stärkung durch das Wort Gottes und unsere gegenseitige Bestärkung findet momentan „anders“ statt, aber sie findet statt. Wer am letzten Sonntag den Rundfunkgottesdienst aus unserer alt-katholischen Gemeinde Berlin auf dem Deutschlandfunk mitgehört und mitgefeiert hat, in dem die Freude am Glauben deutlich geworden ist, konnte gestärkt und selbstbewusst wieder in den Alltag gehen, mit dem Gefühl, dass es sich lohnt, Christ zu sein.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

 

3. Sonntag der Osterzeit –

Sonntag vom Guten Hirten

Die Lesungen am Guten-Hirten-Sonntag:

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1. Lesung: Jer 31, 1-14

https://www.bibleserver.com/EU/Jeremia31%2C1-14

2. Lesung: 1. Petr. 2, 20-25

https://www.bibleserver.com/EU/1.Petrus2%2C20-25

Evangelium: Joh. 10, 1-10

https://www.bibleserver.com/EU/Johannes10%2C1-10

Gedanken zum Sonntag vom Guten Hirten

Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe.“

Jesus sagt hier  etwas, was kein Hirte macht – und ein angestellter Hilfshirte schon gar nicht: sein Leben für die Schafe einsetzen, die ihm anvertraut sind.

Normalerweise gilt derjenige als guter Hirte, der mit seiner Herde den größten Gewinn erzielt. Zu diesem Zweck werden sie auf eine gute Weide geführt, beaufsichtigt und medizinisch betreut, schließlich will man von ihnen gute Wolle haben oder auch einen guten Preis, wenn sie irgendwann geschlachtet werden. In diesem Sinne wird jeder Hirte und auch jeder Hilfshirte, der seinen Lebensunterhalt mit ihnen verdient, seine Schafe gern haben, sich um sie kümmern und sie notfalls auch verteidigen. Schließlich geht es um sein eigenes privatwirtschaftliches Interesse. Gewisse Verluste sind dabei schon eingerechnet.

Wenn nun aber eine Güterabwägung ansteht – das eigene Leben gegen den Verlust der Schafe, dann wird das eigene Leben höher gewertet, auch wenn der Verlust von Schafen oder der ganzen Herde sicher beklagenswert ist.

Jesus als guten Hirten zeichnet aus, dass er seine Schafe kennt und sie mehr liebt als sein Leben. Und er weiß sich damit mit Gott, seinem Vater, einig. Es ist sein Auftrag, sich für die Schafe einzusetzen, für diejenigen, die ihm anvertraut sind,  bis zum Einsatz seines Lebens.

An dieser Hirtenrede im Johannesevangelium sind zwei Dinge besonders auffällig:

Die Kennzeichen des Hirten werden zu Merkmalen der Schafe: Er setzt sein Leben für sie aufs Spiel, sie haben nichts zu befürchten, er ruft sie, und sie hören seine Stimme, er kennt sie, sie kennen ihn, er geht vor ihnen her, sie folgen ihm freiwillig, er gibt ihnen das ewige Leben, sie werden nimmermehr umkommen. Alles, was ihm, dem Hirten gehört, kommt auch den Schafen zugute. Er wäre nicht der gute Hirte, wenn es nicht so wäre, und die Schafe wären nicht seine Schafe, wäre es anders.

Eine zweite Besonderheit: es ergeht kein Befehl an die Schafe, sie werden nicht herumkommandiert oder zum Kampf gegen die Bedrohung mobilisiert. Ihnen wird kein Vorwurf gemacht, sie müssen sich weder eine Moral- noch eine Bußpredigt anhören. Der gute Hirte hat den Auftrag bekommen, und er führt ihn aus, bis zum Einsatz seines Lebens.

(Klaus-Dieter Gerth)

2. Sonntag der Osterzeit

zur 1. Lesung aus der Apostelgeschichte 2,42-47

Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.

Alle wurden von Furcht ergriffen; und durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die glaubten, waren an demselben Ort und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, jedem so viel, wie er nötig hatte.

Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Lauterkeit des Herzens. Sie lobten Gott und fanden Gunst beim ganzen Volk. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

Predigtimpuls

Gottes Liebe schafft Gemeinschaft!, könnte als Leitspruch über den kurzen Lesungstext aus der Apostelgeschichte geschrieben stehen. Hier wird uns die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der ersten Jerusalemer Jüngergemeinde beschrieben.

Gemeinschaft ist ein zentraler christlicher Wert. Wir brauchen einander beim Studium und der Auslegung der Bibel, beim Gottesdienst, bei der Feier der Eucharistie. Es ist nicht stimmig, wenn sich ein Christ ohne Not selbst tauft, oder sich die Sakramente selbst spendet. – Im heutigen Evangelium wird auch berichtet, dass Thomas den Auferstandenen nicht alleine, sondern in der Versammlung der Jünger erfahren hat.

Natürlich gibt es Gotteserfahrungen auch außerhalb der Gemeinde. Der Geist Gottes weht, wo er will. Paulus wurde bei seiner Berufung als Einzelner angesprochen, hat aber bald darauf Kontakt zu Christen gesucht, um sich von ihnen unterweisen und taufen zu lassen. Solange wir auf dieser Welt Leben, sind wir auf dem Weg mit Gott, und auf dem Weg zu Gott hin. Zu diesem Weg gehört nun auch die Gemeinschaft der Heiligen, wie wir im Apostolischen Glaubensbekenntnis sprechen.

In der Coronakrise, in den Zeiten der Ausgangsbeschränkungen, fallen viele Gemeinschaftserfahrungen – nicht nur für uns Christen – weg. Vielleicht hilft uns der Abstand, Gemeinschaft neu zu schätzen. Beim Fasten ist es ja ähnlich. Wir verzichten eine Zeit lang auf Nahrung und stellen fest, dass es uns hinterher umso besser schmeckt. Die Ausgangsbeschränkungen gehen vorüber. Vielleicht helfen sie uns, unsere Bedürfnisse nach geistlicher Gemeinschaft neu zu verspüren.

(Martin Möllmann)

Foto: KDG 2020
 

 

Die Feier der Auferstehung unseres Herrn

Das Evangelium vom Ostersonntag

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Das leere Grab: Joh 20, 1-18

https://www.bibleserver.com/EU/Johannes20%2C1-18

Das Grab ist leer, der Herr erwacht, der Heiland ist erstanden.

Da sieht man seiner Gottheit Macht, sie macht den Tod zuschanden.

Ihm kann kein Siegel, Grab noch Stein, kein Felsen widerstehn.

Schließt ihn der Unglaub selber ein, er wird ihn siegreich sehn. Halleluja,

Halleluja, Halleluja.

(Liedtext aus EG Nr. 423, 1. Strophe)

Gedanken zu Ostern

Leeres Grab – leere Kirchen, ein Hinweis?

Was sagte der Engel am Grab? „Fürchtet euch nicht! Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden. … Er geht euch voraus nach Galiläa.“ (vgl. Mt 28, 5ff)

Wo ist dieses Galiläa heute, für uns? Wo können wir dem lebendigen Christus begegnen?

Jesus ist und war immer bei den Menschen, bei den Suchenden, den Gläubigen und denjenigen, die sich für „ungläubig“ halten, bei denen am Rande der Gesellschaft.  „Diese Fastenzeit der leeren und schweigenden Kirchen können wir entweder nur als ein kurzes Provisorium annehmen, das wir dann bald vergessen werden. Wir können sie jedoch auch als kairos annehmen – als eine Zeit der Gelegenheiten „in die Tiefe hinabzusteigen“ uns eine neue Identität des Christentums in einer Welt zu suchen, die sich vor unseren Augen radikal verwandelt.“ (Tomas Halik, Prag). Die Kirchen als Orte der Begegnung mit Gott, als Orte der Erfahrung von Gemeinschaft, von Gehaltensein und Unterstützung sind nicht überflüssig geworden, aber sie sind nicht alles. Das zeigt uns diese Coronakrise. Als damals der Tempel in Jerusalem zerstört wurde, fanden die Juden darauf eine mutige und kreative Antwort: Den Altar des zerstörten Heiligtums ersetzte der Tisch der jüdischen Familie, die Opferbestimmungen wurden durch die Bestimmungen zum privaten und gemeinsamen Gebet ersetzt, die Brandopfer und die blutigen Opfer durch die Opfer der Lippen, der Gedanken und des Herzens, das Gebet und das Studium der Heiligen Schrift.

Die österliche Zeit mit ihren wohl noch anhaltenden Einschränkungen können wir als Aufruf zu einem neuen Suchen von Christus  sehen. Suchen wir den Lebenden nicht unter den Toten!

(Klaus-Dieter Gerth)

Foto: KDG
 

 

Die Feier der Heiligen Woche – Karfreitag

Foto: KDG

Die Lesungen an Karfreitag

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1. Lesung: Jes. 52, 12 – 53,12

https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja52%2C13-15 und

https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja53%2C1-12

2. Lesung: Hebr 4, 14-16

https://www.bibleserver.com/EU/Hebr%C3%A4er4%2C14-16

Evangelium: Joh 18, 1 – 19, 42

https://www.bibleserver.com/EU/Johannes18%2C1-40 und

https://www.bibleserver.com/EU/Johannes19%2C1-42

Gedanken zu Karfreitag

Es gibt Sätze, die wir als „Grundformeln des Glaubens“ bezeichnen können. Der Satz „Jesus Christus, für uns gestorben“ (1 Thess 5,13) gehört dazu.

Es gibt diese Formel in den verschiedensten Variationen. Jesus selbst fasst seine Sendung nach dem Evangelisten Markus in folgenden Worten zusammen: „Der Menschensohn ist gekommen, nicht dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben hingebe als Lösegeld für die vielen.“ (Mk. 10,45)

Über 2000 Jahre lang war die Formel „Christus, für uns gestorben“ so gut wie unbestritten. Heute gibt es Zweifel: Kann man noch so sprechen? War dieser grausame Tod Jesu am Kreuz notwendig?

In der Vergangenheit wurde diese Grundformel „Christus, für uns gestorben“ oft zu einseitig und manchmal sogar mißverständlich ausgelegt. Die Bedeutung des Todes Jesu erschließt sich für uns erst im Zusammenhang mit seiner Verkündigung und seinem Handeln.

Der Tod eines Menschen kann sehr Verschiedenes bedeuten. Der Tod kann das natürliche Ende eines Lebens sein, oder auch ein tragisches Unglück, das Lebensträume zerstört, oder eine Strafe für ein Verbrechen. Die Gegener Jesu haben seinen Tod als letzteres gesehen. Auf jeden Fall kann der Tod das Ereignis sein, welches den Sinn unseres gesamten Lebens in Frage stellen kann.

Bei Jesus bilden Tod und Leben eine unauflösliche Einheit. Was Jesus in seinem irdischen Leben gesagt und getan hat, findet in seinem Tod am Kreuz seinen unüberbietbaren Ausdruck. Das ganze Leben Jesu ist geprägt von seinem Einsatz und seiner Liebe für andere, und die höchste Form dieser Liebe ist die Hingabe seines Lebens für uns Menschen.

Aber war es dann nicht nur der Tod eines Idealialisten, eines uneigennützigen und edlen Menschen? Die Antwort darauf gibt uns Ostern.

(Klaus-Dieter Gerth)

Die Feier der Heiligen Woche – Gründonnerstag

Die Lesungen für Gründonnerstag:

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1. Lesung: Ex 12, 1-8, 11-14

https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose12%2C1-8.11-14

2. Lesung: 1 Kor 11, 23-26

https://www.bibleserver.com/EU/1.Korinther11%2C23-26

Evangelium: Joh 13, 1-15

https://www.bibleserver.com/EU/Johannes13%2C1-15

Gedanken zum Gründonnerstag

Heuer bleibt er leer, der Tisch, an dem wir Gründonnerstag gemeinsam gefeiert haben. Aber wir sind trotzdem miteinander verbunden, in Gedanken, in Erinnerung an unsere gemeinsamen Feiern, in Erinnerung an das gemeinsame Mahl an Gründonnerstag, unvergessen für alle, die teilgenommen haben. Und wir sind uns sicher: wir werden wieder gemeinsam Gründonnerstag feiern, wir werden wieder gemeinsam im Gottesdienst Gott loben und preisen und ihm danken für alles, was er uns Gutes getan hat.

(Klaus-Dieter Gerth)

Foto: KDG

 

Beginn der Heiligen Woche – Palmsonntag

Die Lesungen vom Palmsonntag:

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Mt. 21, 1-11: Einzug in Jerusalem

https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us21%2C1-11

Erste Lesung: Jes 50, 4-7

https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja50%2C4-7

Zweite Lesung: Phil 2, 6-11

https://www.bibleserver.com/EU/Philipper2%2C6-11

Evangelium vom Leiden unseres Herrn: Mt 26,14 – 27,66

https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us26%2C14-75 und

https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us27%2C1-66

Gedanken zur Heiligen Woche

Noch brennt nicht das Licht der Osterkerze. Wir hören am Palmsonntag vom Einzug Jesu in Jerusalem, wir lesen schon die Leidensgeschichte unseres Herrn nach dem Zeugnis des Evangelisten Matthäus. Und noch steht uns Jesu Abschied von seinen Jüngern am Gründonnerstag und der Karfreitag bevor. Doch wir müssen nicht verzweifeln wie die Jünger damals, für die alles zu Ende schien. Wir wissen schon vor Karfreitag: es ist nicht zu Ende, es folgt die Auferstehung.

Aus Dunkel wird Licht, aus Angst und Verzweiflung Zuversicht, aus Tod Leben.

Gerade in diesen Tagen ist es wichtig und gut, diese Worte der Zuversicht zu hören und aus dieser Zuversicht zu leben.

Auch wenn wir nicht die Palmzweige segnen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen können, auch wenn wir nicht die Heilige Woche gemeinsam begehen können, Gründonnerstag feiern, uns an Karfreitag das Leiden und Sterben unseres Herrn vergegenwärtigen und in der Osternacht dann die am Osterfeuer enzündete Osterkerze in die dunkle Kirche tragen können, das Licht Christi, das schließlich alles erleuchtet, auch wenn wir nicht in der Kapelle das Exsultet, das Osterlob singen hören und uns gegenseitig Frohe Ostern wünschen können, auch wenn wir dies heuer alles nicht gemeinsam erleben können: Ostern fällt nicht aus!

Ostern findet trotzdem statt, wenn auch anders als sonst.

Wir sind in einer geistlichen Gemeinschaft verbunden, auch wenn wir daheim sind, Auferstehung findet trotzdem statt, da, wo wir es feiern und zulassen, entweder im Kreis unserer Lieben oder – wenn wir allein sind – im Wissen um die Verbundenheit mit den anderen.

(Klaus-Dieter Gerth)

Foto: Paullo Kraus