Wortgottesdienste/ Abendlob

Hier veröffentlichen wir zu den Sonn- und Feiertagen Wortgottesdienste für daheim und unterwegs.

Gesegnete Andacht

P F I N G S T E N

Eröffnungslied 433 oder 436 oder ein anderes Pfingstlied

Eröffnung: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes.

Einleitung (vgl. katholisch.de)

Fünfzig Tage nach dem Ostersonntag feiern wir PFINGSTEN (übersetzt aus dem Griechischen bedeutet das Wort schlicht und einfach deshalb „50“) Wir feiern die Vollendung des Osterfestes: Die Geistsendung am jüdischen Erntefest Shavuot. „Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis“ (Weish 1,7) lautet der Leitgedanke dieses Festes. Es ist die Kraft Gottes, die am Anfang aus dem Chaos die Schöpfung erstehen ließ, die Prophetinnen und Propheten Gottes nicht schweigen ließ, die Christus von den Toten erweckte, die uns geschenkt wurde in Taufe und Firmung, die uns und die Gaben von Brot und Wein in jeder Eucharistiefeier wandelt.

In allen drei Lesejahren wird in der ersten Lesung das zweite Kapitel der Apostelgeschichte gelesen. Es ist die Erzählung von der Geistsendung, die beschreibt, wie der Geist in Feuerzungen auf die versammelten Apostel herabkommt und sie befähigt, das Evangelium von Jesus, dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn, in aller Welt zu verkünden. Jede/r in der eigenen Muttersprache. Pfingsten wird deswegen häufig auch als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet. Gestärkt durch die Gabe des Heiligen Geistes können die Frauen und Männer der Frühen Kirche ihrem Auftrag nachkommen, die Frohbotschaft bis zu den Enden der Erde zu verkünden.

Lasst uns hören, was die Trösterin, die Kraft Gottest eingegeben hat. Lassen wir uns diese Botschaft in den Sprachen der Welt neu sagen…

Lecture de l´histoire d’apôtre

Le jour de la Pentecôte, ils étaient tous ensemble dans le même lieu.

Tout à coup il vint du ciel un bruit comme celui d’un vent impétueux, et il remplit toute la maison où ils étaient assis.

Des langues, semblables à des langues de feu, leur apparurent, séparées les unes des autres, et se posèrent sur chacun d’eux.

Et ils furent tous remplis du Saint Esprit, et se mirent à parler en d’autres langues, selon que l’Ésprit leur donnait de s’exprimer.

Pfingstlied

446

Kehrvers. Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft, / die uns verbindet und Leben schafft.

1. Wie das Feuer sich verbreitet / und die Dunkelheit erhellt, / so soll uns dein Geist ergreifen, / umgestalten unsre Welt. Kehrvers

2. Wie der Sturm so unaufhaltsam, / dring in unser Leben ein. / Nur wenn wir uns nicht verschließen, / können wir deine Kirche sein. Kehrvers

3. Schenke uns von deiner Liebe, / die vertraut und die vergibt. / Alle sprechen eine Sprache, / wenn ein Mensch den andern liebt.

oder 444

Mutter Geist, mit deiner guten Hand,
Mutter Geist, halt mich fest! […]
Schwester Geist, mit deiner Fröhlichkeit,
Schwester Geist, mach mich stark. […]
Freundin Geist, mit deiner Zärtlichkeit,
Freundin Geist, hüll mich ein.

Reading from the apostle story

And when the day of Pentecost was fully come, they were all with one accord in one place. And suddenly there came a sound from heaven as of a rushing mighty wind, and it filled all the house where they were sitting.

And there appeared unto them cloven tongues like as of fire, and it sat upon each of them. And they were all filled with the Holy Ghost, and began to speak with other tongues, as the Spirit gave them utterance.

Pfingstlied 449 Atme in uns, Heiliger Geist

Lesung
aus der Apostelgeschichte.

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten;
auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt;
denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten:
Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamíter, Bewohner von Mesopotámien, Judäa und Kappadókien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrýgien und Pamphýlien, von Ägypten und dem Gebiet Líbyens nach Kyréne hin,
auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselýten,
Kreter und Áraber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Lied 447 Dein Geist weht, wo er will

Impuls

Wo bist du heute, Hl. Geist, die Kraft aus der Höhe?

Wir sehen keine Flammenzungen.

Wir hören kein Windesbrausen.

Wo bist du heute, Hl. Geist, du mütterliche Kraft?

Wir fühlen uns oft unverstanden.

Wir haben manchmal den Eindruck,

das immer weniger Menschen interessiert,

was wir hier feiern und verkünden.

Wo bist du heute, Hl. Geist?

Wer dich hören will, der benötigt sehr feine Ohren.

Dein leises Säuseln geht oft unter im Rauschen unseres Alltags.

Wer denkt schon an dich,

wenn uns überraschend ein Freund besucht?

Wer denkt schon an dich,

wenn ein Problem, das uns lange bedrückt,

plötzlich leichter wird?

Bist du heute hier bei uns, Hl. Geist?

In dem Gespräch, wenn ich mich endlich verstanden fühle?

Bei der Tat, wo ich wirklich weiterhelfen konnte?

Während des Festes, bei dem wir unsere Gemeinschaft spürten?

In dem Gebet, von dem ich berührt wurde?

Im Tanz, in dem ich als ganzer Mensch bete und singe?

Ich will es glauben.

Ich will dich suchen,

heute, morgen und in der Zukunft. 

Fürbitten 726 und 728 oder 731

Vater unser

Lied

Impulstexte

I Jeder Mensch ist ein Geschenk »Jeder?«, denken Sie vielleicht, »das kann doch nicht wahr sein.« Bei einigen Leuten, die Ihnen sympathisch sind, ist es einleuchtend. Diese Leute können Sie locker als Geschenk für sich ansehen. Aber was ist mit denjenigen, über die Sie sich ärgern, die Ihnen unsympathisch sind? Was ist gar mit denen, von denen Sie sich schlecht behandelt fühlen? Die Begegnung mit diesen Leuten ist auf jeden Fall eine Gelegenheit, bestimmte Verhaltensweisen zu üben: Zum Beispiel sich abzugrenzen, sich auf sich selbst zu besinnen und Prioritäten zu setzen. Und auch dies: Wenn mich etwas an einem anderen Menschen ärgert, habe ich die Gelegenheit zu einer wichtigen Selbstprüfung: Ist das Ärgerliche ein wunder Punkt bei mir selbst und ich nehme es nur bei dem anderen negativ wahr? Biblisch gesprochen: Sehe ich vielleicht den Splitter im Auge des anderen und sehe den Balken im eigenen Auge nicht? Verkörpert der andere für mich vielleicht etwas, was ich an mir selbst nicht mag? Kann ich zuweilen auch eine ärgerliche Begegnung mit einem anderen als Geschenk sehen? © Detlef Wendler

II Kuss von Ewigkeit

Auch wenn die Tage vergehen und die Jahreszeiten sich wandeln: Was wirklich zählt, sind die Herzbegegnungen, die wir in liebevoller Verbindung mit einem DU geschenkt bekommen. Wenn dies in ein bedingungsloses Angenommensein mündet – in ein gegenseitiges Fließen – dann wachsen uns Flügel, die uns in die Freude unseres wahren Seins erheben können. * Eine Leichtigkeit wird dann spürbar, die ihren Glanz entfalten wird. Sie trägt den Kuss von Ewigkeit in unseren Alltag, macht ihn zum All-Tag.  © Hellmut Bölling

III Wenn ein Vogel auf der Spitze des äußeren Baumzweigs sitzt, so erlebt er nur die Bewegungen des Zweiges. Rückt er tiefer hinein auf den Ast, so umfasst er die Bewegungen von hundert Zweigen und schwankt nur noch wenig. Wählt er aber seinen Platz im Kroneninneren hart am Stamm, so erlebt er die Bewegung des ganzen Baumes und wird selbst nicht mehr erschüttert. Noch mehr wie diesem Vogel geschieht einem Menschen, der bis in die Tiefe seiner Seele sinkt. Denn dort erlebt er alles Leben, das ganze Weltall, den ganzen Gott mit all seinen Geheimnissen, weil dieser unser Grund auch der Grund Gottes ist. © Hermann Stehr (16.2.1864 – 11.9.1940)

Gebet I

Gott, du mit den vielen Namen, nie nennen wir dich zu Ende, nie schöpfen wir dich aus, nie erfassen dich unsere Bilder. Wir bitten dich, lass uns die Vielfalt deiner Namen als Geschenk erkennen, das Frauen und Männer ermutigt, ihre eigene Spiritualität zu leben; lass uns die Vielfalt deiner Namen als Chance erkennen, die unseren Glauben lebendig erhält; lass uns durch die Vielfalt deiner Namen Toleranz lernen, auch Namen und Texte zu ertragen, deren Sprache uns fremd ist. Gott, du mit den vielen Namen, nie nennen wir dich zu Ende, nie schöpfen wir dich aus, nie erfassen dich unsere Bilder. Gott, du mit den vielen Namen, zu deinem Lobpreis singen und beten wir, gestern, heute und morgen. Amen.

Renate Miron

Gebet II

Ewiger Gott,

durch das Geheimnis des heutigen Tages
lässt du uns nicht als Weisen zurück sondern schenkst uns deinen Beistand, die Tröstern, die Kraft aus der Höhe.
Erfülle unser Reden und Handeln mit den Gaben des Hl. Geistes, mit Weisheit, mit Ehrfurcht vor dir und den Mitmenschen.

Gib, dass dein lebenspendender Atem auch heute jene Wunder in den Herzen aller, die an dich glauben wirkt, die er am Anfang der Kirche gewirkt hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Segen

Segenslied frei zu wählen

… ein weiter Bogen…

„Der jüdische Kanon stellt die Tora als Weisung Gottes für gelingendes Leben an den Anfang, der Teil Propheten zeigt das Wirken des Wortes Gottes in der Geschichte. Die abschließenden Schriften sammeln vor allem die Bücher, die im Gottesdienst von Bedeutung sind.“

..  ..  .. ich finde den Gedanken auf das Verständnis unserer jüdischen Geschwister und ‚ihrer‘ Schriften und die (beseelten) Propheten interessant. Vielleicht ist das ja zu einem so sehr urchristlichem Fest eine verbindende Idee?

(Dieser Gottesdienst wurde aus verschiedenen Impulsen von Kirchenvorstandsmitgliedern zusammengestellt.)

 

Abendlob in Vorbereitung auf Pfingsten

Pfingstbild in St.Martin
(Künstler Peter Klein, Stühlingen)

vorzubereiten Bibel/sieben Kerzen

Eröffnungslied 435 „Komm, allgewaltig heilger Hauch“

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes. Amen

Wir beten den Psalm 104 unter der Nummer 813/814

Lesung 1 Kor 12, 4ff:

Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.

Antwort 817

Impuls

Frohe Weihnachten! Frohe Ostern! Das kennen wir! Und dann jetzt Pfingsten. Da höre ich nur noch „Schöne Feiertage!“ „Frohes Pfingstfest?!“ Was soll das? Ist es nur noch ein verlängertes Wochenende? Ja, der Heilige Geist, dessen Gegenwart wir ja schließlich an Pfingsten feiern hat es schwer. Was wünschen wir uns eigentlich zum Pfingstfest? Das lässt sich mit einem Wort gar nicht ausdrücken. Die Gotteskraft, die Mutter Geist, wie man das hebräische Wort „ruach“ übersetzen sollte, wird in der Tradition mit sieben Gaben in Verbindung gebracht. Diese Gaben wollen uns einladen, tiefer zu leben, genauer zu sehen, hoffnungsvoller zu glauben und authentischer zu handeln. Nach jeder Mediation der einzelnen Gabe kann jeweils eine Kerze entzündet werden:

Die Gabe der Weisheit:

„Ich entscheide mich für das, was mich tiefer ins Leben führt!“ (Kerze)

Die Gabe des Rates

„Ich entscheide mich für ein klärendes Gespräch und suche darin deine Stimme!“ (Kerze)

Die Gabe der Erkenntnis

„Ich entscheide mich tiefer hinzuhören und das zu hören,

was zwischen den Zeilen gesagt wird!“ (Kerze)

Die Gabe der Stärke

„Ich entscheide mich für Orte, Menschen und Rituale,

die mir gut tun!“ (Kerze)

Die Gabe der Frömmigkeit

„Ich entscheide mich authentisch zu sein.

Mein Beten, Leben und Handeln werde immer mehr eine Einheit!“ (Kerze)

Die Gabe der Gottesfurcht

„Ich entscheide mich Gott als Ziel und Quelle meines Lebens anzuerkennen, ihm immer wieder Raum in meinem Leben zu geben!“ (Kerze)

Die Gabe der Einsicht

„Ich entscheide mich, mein Handeln, meine Worte immer wieder hinterfragen zu lassen.“ (Kerze)

Diese Vielfalt schwingt mit, wenn wir uns ein Gesegnetes Pfingstfest wünschen. So wünsche ich uns allen frohes und gesegnetes Fest des Heiligen Geistes und natürlich schöne Feiertage!

Magnificat 596 (Taizé mit 763)

Vater unser

Segen 444 „Mutter Geist“

Schlußlied frei zu wählen

 

Gottesdienst 7. Ostersonntag

bild pixelio

Eine Osterkerze steht bereit und ist entzündet, eine Bibel liegt bereit, evtl. Papier und Stift.

Lied: 430

Wir beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir halten einen Augenblick inne:

Wie war meine vergangene Woche?

Höhepunkte? Tiefpunkte? Besonderheiten?

Wo muss ich um Verzeihen bitten?

Lied: 984

Glorialied: 953

Gebet

Gott, wunderbar in deinem Licht,

durch die Verherrlichung deines Sohnes hast du die Grenzen

von Diesseits und Jenseits, von Himmel und Erde,

von Zeit und Ewigkeit aufgebrochen.

Lass uns mit ihm Mauern überspringen und aus seinem Geist leben.

Darum bitten wir durch Christus,

der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt

von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wir hören nun das Evangelium nach Johannes: Joh 14, 15-21

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
ist dein,
und was dein ist,
ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.

Impuls

Dieses Evangelium zeigt uns den im Gebet versunkenen Jesus. Was ist dort sein Thema?
Er steht kurz vor seinem Leiden in Jerusalem. Dieses Gebet spricht von der großen Hoffnung, dass Gott ihn nicht im Stich lassen wird, dass die tiefe Verbindung zu Lebzeiten nun auch besonders in diesen so existentiellen Tagen der Not und des Todes tragen wird. Gibt es da nicht sehr aktuelle Bezüge? In Notzeiten beten Menschen ja angeblich häufiger und intensiver. Kann ich das von mir auch sagen, in diesen Wochen? Hat sich mein Beten verändert, der Stil, der Inhalt, mein Gottesbild?

Dieses sehr intime Evangelium (es meditiert die Beziehung Gottes zu seinem Sohn, zur Welt, zu dir und mir) kann eine Einladung sein, mal wieder ein persönliches, eigenes Gebet zu formulieren:


Was ist zurzeit mein wichtigstes Anliegen? Wie ist meine Beziehung zu Gott, zu Christus? Wie eng, wie distanziert, wie tragfähig ist mein Glauben? Gibt es einen Satz, ein Bild, ein Gedanke aus dem Evangelium, den/das ich sogar verwenden könnte in meinem Gebet?

Bevor ich diese Einladung annehme und versuche, solch ein Gebet frei zu formulieren oder es aufzuschreiben, verweile ich einen Augenblick noch in der Stille, lasse meine Gedanken los und versuche meinen Platz in diesem Evangelium zu finden: Ich gehöre Gott, ich verherrliche Christus durch meinen Glauben, egal, wie kräftig oder brüchig er jetzt ist…

Wenn Gebet Ausdruck meiner Gottsuche ist, dann darf mein Leben darin einen Ausdruck finden. Ich wage diesen Versuch und schreibe…formuliere… vielleicht schreibe ich die ganze Woche an diesem Gebet noch weiter…

… anstelle eines eigenen Gebetes:
Ein besonders intensives Gebet findet sich unter der Nummer 511 „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr…

anschließend kurze Stille

Fürbitten 29

Vater unser

Schlussgebet 35

Segen 34

Schlusslied frei zu wählen

 

Christi Himmelfahrt

Taufstein in St.Martin (aus der ehemaligen Auferstehungskirche, Hagen)

vorbereiten: Osterkerze, Bibel, Kerzen

Wenn der Gottesdienst am Abend gefeiert wird:
Osterkerze wird entzündet: dabei singen wir 443 1+3 – von der Osterkerze werden andere Kerzen entzündet

Am Tage Lied 430 (am besten unter freiem Himmel)

Wir beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes …

Wir halten einen Augenblick inne: Was beschäftigt mich zurzeit? Wofür möchte ich danken? Wofür um Vergebung bitten? Ich schaue in den Himmel und verweile und bleibe….

Austausch oder Stille

Glorialied 116

Lasset uns beten!

Allmächtiger, ewiger Gott,
erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,
denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.“

Wir hören das Evangelium nach Matthäus 28, 16–20

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder,
einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Impuls

Ich bin Christ/Christin, seit meiner Taufe ist dies eindeutig und auch amtlich dokumentiert. Was bedeutet mir die Taufe? Jesus sendet alle, die ihm nachfolgen zu predigen und zu taufen. Wir haben es gerade gehört….

Die wenigsten von uns werden einen anderen getauft haben. Aber dennoch bleibt dieser Auftrag:

Ihr sollt jetzt weiterführen, was ich unter euch begonnen habe. Ich kehre heim zu meinem Vater, ihr seid nun das Evangelium, in dem die Welt liest.

Ich erinnere mich nun an meine letzte Begegnung, in der ich von meinem Glauben, von meiner Kirchenzugehörigkeit erzählt habe. Wie war das? Was habe ich dabei gefühlt? Bin ich da eher bescheiden und zurückhaltend oder missionarisch und offen? Vielleicht habe ich da meine Erfahrung gemacht, wie ich für meinen Glauben angelächelt wurde oder wie man meinen Glauben einfach totgeschwiegen hat.

Wenn ich zu meinem Glauben stehe und dies auch öffentlich mache, dann gibt es Widerspruch und Ablehnung. Denn es ist nicht so leicht, über den Glauben heute verantwortlich und überzeugend zu sprechen. Der aufgeklärte Mensch und die/der suchende Glaubende, dies sind heute längst keine Widersprüche mehr.

Heute an diesem Festtag kann ich mir wieder in Erinnerung rufen, was der Kern meines Taufglaubens ist:

Unser Leben ist unendlich kostbar, trotz der Erfahrung des Todes.

Alles Erreichte wie auch Erlittenes läuft nicht ins Umsonst aus

Es gibt sie die leisen Zeichen des Himmels, dass Gott unsere Sehnsucht nach dem MEHR des Lebens überbieten kann, besonders dicht in der Feier der Taufe und der Eucharistie.

Himmel,

größer als erwartet – anders als ich mir vorgestellt habe

– mehr als erhofft – schon hier und jetzt

am Keimen.

Dafür will ich mich neu öffnen und davon will ich auch erzählen.

Amen

 

Glaubensbekenntnis 6

Fürbitten in freier Form oder 984

Vater unser

Schlußgebet

Segen 981

Schlußlied 991

 

Gottesdienst 6.Ostersonntag

Eine (Oster-)Kerze steht bereit und eine Bibel.

Wir beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes und

des Heiligen Geistes. Amen.

Nun entzünden wir eine (Oster-)Kerze und singen:

Lied: 508

Wer einen Menschen wieder zum Lachen bringt,
der schließt ihm das Himmelreich auf.

Wer einem Menschen Geduld schenkt,
der infiziert ihn mit Hoffnung.

Wer einen Menschen aufnimmt, so wie er selber von Christus angenommen ist,
der löst ihm die Zunge zum Loben.

Last uns ausziehen aus unseren Gewohnheiten,
um an der Bibel das Hoffen zu lernen.

Lasst uns ausziehen und über die Grenze gehen,
um das Leben mit Hoffnung zu infizieren.

Lasst uns keine Grenzen mehr achten,
sondern nur noch den, der die Grenze öffnet.

Wir halten einen Augenblick inne:

Was hält mich derzeit gefangen?

Was gibt mir Hoffnung?

Was lässt mich voller Hoffnung über so manche Grenze hinweggehen?

Glorialied: aus Taize  115

Gebet

Gott allen Lebens:

In herzlicher Freude preisen wir die Auferstehung deines Sohnes.

Lass das Ostergeheimnis, das wir in diesen Tagen feiern,

unser ganzes Leben prägen und verwandeln.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder,

der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt

von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wir hören die Lesungen: Apg 8, 5-8.14-17 und 1Petr 3, 15-18

Zwischen den Lesungen das Lied: 639

  • Kurze Stille

Wir hören nun das Evangelium nach Johannes: Joh 14, 15-21

Impuls

Terrorismus, Kämpfe in Afghanistan, Krieg zwischen Israel und Palästina, Hungerkatastrophen, Machtegoismus, soziale Ungerechtigkeit,  Anwachsen von Aggressionen und Kriminalität, Umweltverschmutzung, Ausbeutung der Natur… All das spricht vom Wirken des Ungeistes im Menschen; all das ist schlimm genug, und keineswegs tut jeder von uns genug dagegen.

Aber ist das wirklich alles? Wirkt nicht auch der Geist Gottes unter uns? Vielleicht sehen wir es nur nicht, haben unsere Augen und unser Herz davor verschlossen.
Da erscheint solch ein Text, wie wir ihn eben aus der Apostelgeschichte gehört haben, fast wie eine Schilderung von einem anderen Stern:
„Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philippus; sie hörten zu und sie sahen die Wunder, die er tat… So herrschte große Freude in jener Stadt“.

Ist dies nur die Vergangenheit? Sind dies nur fromme Erzählungen aus der Anfangszeit der Kirche, wenn es dann heißt: Petrus und Johannes hatten von dem Wirken des Philippus gehört, sie kamen in diese Stadt Samaria. Sie legten den Menschen dieser Stadt die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.

Und wir!?

Im 1 Petrusbrief heißt es: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt!“ 
Wir
sind hier angesprochen.

Haben wir eine Hoffnung, aus der wir leben?

Eine Hoffnung hat man doch nur, wenn man Erfahrungen gemacht hat und macht, die vom Guten sprechen, die das Wirken Gottes im Leben bezeugen.

Und dann im Johannesevangelium die Worte Jesu: „Ich werde den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Beistand geben, damit er immer bei euch bleibt. Es ist der Geist der Wahrheit… ihr kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird“.

Sind das alles nur „fromme Worte“, die aber für das konkrete Leben keine Bedeutung haben. Oder sind es Worte der Wahrheit, wirkende Worte?

 Gibt es in unserer Gegenwart, im heutigen Leben der Kirche, in unserer gegenwärtigen Geschichte, in meinem Leben nicht das Wirken des Geistes? 


Es wäre schlimm, wenn nicht! Aber Gott sei Dank ist der Geist der Wahrheit auch heute, wie es der Herr verheißen hat, bei uns und in uns. Es gibt das verändernde und neuschaffende Wirken des Geistes Gottes in einem jeden von uns.   

Erfahre ich, erfahren wir nicht auch ganz konkret in unserem Leben die Nähe Gottes im Wirken Seines Geistes?

Doch wo erlebe ich dieses Wirken Gottes?

Unsere guten Taten sollen die anderen sehen und darin die Güte des Vaters im Himmel preisen.

Ist das die Herausforderung einer Utopie oder spricht hier die Erfahrung der Wirklichkeit?

Wir bekennen dankend und froh und auch voller Hoffnung die Wahrheit der Worte Jesu:
„Der Vater wird euch einen anderen Beistand geben, damit er immer bei euch bleibt. Es ist der Geist der Wahrheit… Ihr kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird“.

anschließend kurze Stille

Glaubenslied: 516 (singen oder sprechen)

Fürbitten in freier Form oder nach 739 (Taizegebet)

Vater unser

Schlussgebet

Guter Gott,
Jesus von Nazareth hat uns die Zusage gegeben,
dass der Hl. Geist, der ihn mit dir in Liebe verbindet,
auch in uns wirkt.
Wir bitten dich,
mache uns fähig, nach seinen Weisungen zu leben
und in unserem Alltag jene Liebe zu verwirklichen,
die ihn bewegt und mit dir verbunden hat.
Darum bitten wir im Namen deines Sohnes,
Jesus Christus, unseres Bruders und Herrn. Amen.

Segen  682sprechen

Schlusslied  680 oder frei zu wählen

(Diesen Gottesdienst stellt uns Pastor i.R. Heinz Otto, Hamm dankenswerter zur Verfügung)

Gottesdienst 5.Ostersonntag

Dieter Schütz_pixelio.de

Osterkerze, kleine Kerzen, Bibel, Stift/Zettel

Wenn der Gottesdienst am Abend gefeiert wird:
Osterkerze wird entzündet: dabei singen wir 735 – von der Osterkerze werden andere Kerzen entzündet

Am Tage Lied 731
Wir beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes …

Wir halten einen Augenblick inne:
-Was beschäftigt mich zurzeit?
-Wofür möchte ich danken?
-Wofür um Vergebung bitten?

Glorialied 120

Lasset uns beten! Guter, liebender Gott, wir schauen auf deinen Sohn, den Christus, du hast ihn aus dem Tod gerissen, er lebt mitten unter uns. Mache uns offen für die Worte deines Sohnes, die Leben und Hoffnung stiften. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder. Amen.

Wir hören das Evangelium nach Johannes 14, 1–12

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
Glaubt an Gott
und glaubt an mich!
2Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre,
hätte ich euch dann gesagt:
Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
3Wenn ich gegangen bin
und einen Platz für euch vorbereitet habe,
komme ich wieder
und werde euch zu mir holen,
damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
4Und wohin ich gehe –
den Weg dorthin kennt ihr.
5Thomas sagte zu ihm:
Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst.
Wie können wir dann den Weg kennen?

6Jesus sagte zu ihm:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater
außer durch mich.

7Wenn ihr mich erkannt habt,
werdet ihr auch meinen Vater erkennen.
Schon jetzt kennt ihr ihn
und habt ihn gesehen.
8Philíppus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater;
das genügt uns.
9Jesus sagte zu ihm:
Schon so lange bin ich bei euch
und du hast mich nicht erkannt, Philíppus?
Wer mich gesehen hat,
hat den Vater gesehen.
Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?
10Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin
und dass der Vater in mir ist?
Die Worte, die ich zu euch sage,
habe ich nicht aus mir selbst.
Der Vater, der in mir bleibt,
vollbringt seine Werke.
11Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin
und dass der Vater in mir ist;
wenn nicht,
dann glaubt aufgrund eben dieser Werke!
12Amen, amen, ich sage euch:
Wer an mich glaubt,
wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen
und er wird noch größere als diese vollbringen,
denn ich gehe zum Vater.

Impuls
Zentral ist in diesem Evangelium die Antwort Jesu auf die Frage des Thomas, wohin er denn gehen werde?
Damit ist gefragt, wer denn dieser Jesus ist?
Und Jesus antwortet: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!

Wie klingen diese Aussagen heute für mich?

Decken sich diese Aussagen mit meinen Erfahrungen: Wo habe ich erfahren, dass Christus mir Weg geworden ist, dass mich die Nachfolge Jesu tiefer in die Erfahrung der Wahrheit geführt hat, dass ich in Christus wirklich das Leben finde?

Sind das nur Floskeln, nette Worte? Oder steckt dahinter eine Erfahrung, die Menschen immer wieder machen, unabhängig davon, in welcher Zeitepoche sie leben?

Wie möchte ich für mich diese Attribute, diese Aussagen übersetzen?

Jesus, du bist für mich heute … (hier gibt es keine „richtigen“ oder „falschen“ Jesusbilder, sie sind ja schließlich Teil meiner spirituellen Erfahrung..)

Wir lassen uns Zeit, um diesen Impulsen nachzugehen…
Evtl. kann das Lied unter der Nr. 535 Hilfestellung sein.
Man kann diese Sätze dort auch für sich umformulieren, vielleicht dann sogar singen…
Wir können diese verschiedenen Attribute, Eigenschaften aufschreiben.
Wir hören die verschiedenen Jesusbilder und legen die Zettel um die Osterkerze in die Mitte.

Eine/r liest am Ende alle TitelEigenschaften noch einmal vor.

Glaubenslied als Text 986

Fürbitten in freier Form oder als Lied 984

Vater unser

Schlußgebet 478

Segen 686

Schlußlied frei zu wählen

Gottesdienst 4.Ostersonntag

freies Bild über httpswww.metmuseum.org

Wenn der Gottesdienst in der dunkleren Tageszeit gefeiert wird:
Osterkerze wird entzündet: dabei singen wir 708
von der Osterkerze werden andere Kerzen entzündet
Am Tage singt man 402

Wir beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes …

Wir halten einen Augenblick inne:

-Was beschäftigt mich zurzeit?
-Wofür möchte ich danken?
-Wofür um Vergebung bitten?

Glorialied Taizé 114 oder 115

Gebet
Unbegreiflicher Gott, dein Sohn hat sich seinen Jüngerinnen und Jüngern als der Auferstandene gezeigt und ihnen den Sinn der Schrift erschlossen.
Entflamme auch unsere Herzen, wenn wir nun dein Wort hören.
Lass uns tiefer hören, neu entdecken, wo du mit uns gehst.
Durch Christus, unseren Herrn.

Wir betrachten zuerst das Bild:

-Was entdecke ich?
-Was ist verwunderlich?

Danach hören wir das Evangelium:
Es kann mit verschiedenen Sprecher*innen gelesen werden:
Evangelist, Emmausjünger, Jesus
Evangelium nach Lukas 24,13-35
Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen – er hieß Kleopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Impuls
Plakette mit Szenen in Emmaus (850–900), Nordfrankreich
Ein ausdruckstarkes Geschehen, Bewegung, Dynamik, Ästhetik. Mehrere Szenen des heutigen Evangeliums, das am Ostermontag verkündigt wird, aber durch die Krise vermutlich nur wenigen dieses Jahr zu Gehör kam. Daher ist es auch für den 4. Ostersonntag auswählbar.

Unsere Szene auf dem Elfenbeinkästchen stellt dieses Geschehen sehr kraftvoll dar. Ganz links steht Jesus, er verlässt schon fast die Szene. Seine rechte Hand, ja seine ganze rechte Körperhälfte ist schon dem Bildrand zugewandt: „Da erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Er aber tat, als wolle er weitergehen.“

Und nun? Was sollen wir mit diesem seltsamen Wegbegleiter nun anfangen? Er ist mitgegangen? Irgendwie tut es gut in seiner Nähe zu sein… „Da baten sie, drängten ihn, er solle doch bleiben, denn der Abend hätte sich doch schon geneigt.“ Wenn einem sonst nichts einfällt, dann ist es eben das Wetter oder die Zeit, um ins Gespräch zu kommen, um noch etwas Zeit zu gewinnen. Aber direkt einen zum Essen einladen …?

Und so ist es nicht erstaunlich, wie kunstvoll der rechte Emmausjünger dargestellt wird: Mit seiner ganzen linken Körperseite weist er zur Stadt, die linke Hand bildet so etwas wie die Antwort des Jüngers auf die rechte Hand Jesu ganz links. „Komm mit! Ändere deine Meinung, deinen Plan, bleib bei uns!“
Und dieser Fremde lässt sich umstimmen, er geht mit hinein, in das kunstvoll gestaltete Haus, das eher an eine befestigte Stadtmauer erinnert, sieben Türme umgeben das Areal.

Und als sie zu Tische sitzen, die beiden Jünger mit leeren Händen zu einer Schale geformt, sie halten sie förmlich diesem Fremden hin, da nimmt dieser Mensch Brot in seine Hände, er segnet es mit seiner rechten Hand, die Finger in besonderer Weise geformt und die beiden können es kaum erwarten, es gereicht zu bekommen, so nahe sind die markanten Hände diesem Menschen: Hunger, Sehnsucht, Verlangen … drücken sie aus.

Auf ihrem Weg hatten sie die Schrift in ihren Händen, haben sie bedacht, gelesen … nun aber sind ihre Hände leer, sie werden nun Teil eines anderen Geschehens. Nicht mehr die Schrift wird geteilt, nicht mehr die Schrift nährt, jetzt ist es dieses Brot, von dem sie im Augenblick des Austeilens und Essens wie verwandelt sind. DA ERKANNTEN SIE! Wandlung des Menschen im gewandelten Brot: Das ist das Geheimnis des Glaubens. Das ist ein Geschehen voller Dynamik, Ästhetik, Bewegung. Und sie können plötzlich nicht mehr dortbleiben, es drängt sie wieder hinaus. Sie müssen zurück zu den anderen, müssen erzählen, was Gewaltiges geschehen ist, was sie zutiefst angerührt und bewegt hat, was herrliches geschehen ist, was sie umgehauen hat, was sie so sprachlos werden ließ, was ihnen neuen Schwung und Glauben schenkte: „Er brach Brot!“ Erst deutete er uns die Schrift, aber erst im Brechen des Brotes gingen uns die Augen auf. Es braucht beides: Wort und Brot. Beides stärkt auf die je eigene Weise. Das eine geht ins Ohr und wohnt in mir und will bedacht werden. Das andere geht in mir auf, kräftigt mich und schenkt mir eine tiefe Begegnung mit dem Auferstandenen. Das Wort bereitet vor, dass es in mir Fleisch werden kann.

Glaubenslied 970

Fürbitten in freier Form oder am Morgen 731, am Abend 737

Vater unser

Schlußgebet 35

Segen 34

Schlußlied frei zu wählen

3. Sonntag in der Osterzeit „Guter Hirte Sonntag“

Gerhard Hermes by pixelio.de

Vorbereitung: Osterkerze, Bibel, Schälchen mit Wasser, eingestimmt (alle Liednummern beziehen sich auf dieses Gesangbuch)

Lied zu Beginn 412
Ankommen: Wie zeichnen ganz bewusst das Zeichen unseres Glaubens auf unseren Leib: Im Namen des Vaters und …

Impuls: Wie geht es mir jetzt in dieser Stunde? Was bewegt mich? Was lässt mich dankbar sein? Was treibt mich um?

Stille oder kurzer Austausch
Kyrie: Wir bringen alles vor Gott im Lied 984
Lasst uns Gott preisen im Gloria 953
Tagesgebet
Ewiger Gott, in Jesus bist du einer von uns geworden. Er ist der gute Hirte, der immer auf der Suche nach uns ist. Lass uns erfahren, dass er wirklich in allen Höhen und Tiefen unseres Lebens an unserer Seite ist. Gib uns die Kraft auch jenen beizustehen, die einsam sind und sich vergessen fühlen. Amen

Evangelium Johannes 10, 11-18
Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen.

Bildbetrachtung
Das beigefügte Bild lädt uns ein, über das Evangelium ins Gespräch zu kommen.
Was sehe ich auf diesem Bild?
Was spricht mich an?
Welche Überschrift könnte dieses Bild tragen?
Alle unsere Gedanken fließen mit ein in den Psalm 23 Nr. 858  
Wir beten in abwechselnd.

Fürbitten in freier Form oder in der Stille

Fassen wir alle unsere Anliegen zusammen im „Vater unser“

Schluss-Gebet (Lied als Gebet) 611

Segenslied 686

25.April Fest des Hl. Markus

Tag des Evangelisten Markus
Der Apostel Markus hat als Erster die überlieferten Worte und Taten Jesu zu einem Evangelium – einer Schilderung der „guten Botschaft“ – zusammengestellt und ist damit Wegbereiter und Quelle für Matthäus und Lukas geworden. Sein Bericht lässt sich als eine „Passionsgeschichte mit langer Einleitung“ verstehen:

Alles läuft auf die Ereignisse in Jerusalem hinaus, auf das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu. Ursprünglich endete das Evangelium mit Kap. 16,8: „Sie (die Frauen, die zum Grab gekommen waren und die Botschaft des Engels gehört hatten) sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.“ Dass die Furcht das letzte Wort hatte, war für die Gemeinden auf Dauer aber nicht auszuhalten, so dass ein weiteres Schlussstück hinzugefügt wurde, das von den Erscheinungen des Auferstandenen und der Himmelfahrt berichtet (sog. „unechter Markusschluss“).

Die altkirchliche Tradition berichtet, dass Markus bereits um 46 n. Chr. in
Alexandria gewirkt und die Koptische Kirche gegründet hat, deren erster Bischof er war. Dass das Symbol des Evangelisten Markus der Löwe ist, geht auf den Anfang des Evangeliums zurück: „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg.“ Dieser Prediger – Johannes der Täufer – wurde symbolisch als König der Wüste verstanden, als Löwe.
Mittelpunkt der markinischen Theologie ist das Kreuz Christi und die Nachfolge, in die die Gemeinde gerufen ist. Im Glauben kommt es darauf an, Christus durch Leiden und Kreuz zum Leben zu folgen: „Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten.“ Vielleicht können wir das schwierige Wort „verlieren“ auch so verstehen: „Das Verlieren, um das es hier geht, ist nicht ein Verlorengehen, es ist ein Verlieren wie an einen geliebten Menschen, ein sich Verlieren an Jesus.“ (Ralf Stolina)

Gott, aller Mächte und Gewalten. Du hast Markus auserwählt, durch sein Evangelium Jesus Christus zu verkündigen. Gib uns, in der Kraft Deines Geistes Sein Wort im Glauben anzunehmen und in Ihm zu leben, der für uns gestorben und auferstanden ist. Durch Ihn sei Dir im Heiligen Geist alle Macht und Ehre in Ewigkeit. Amen.

(Impuls Sabine Zorn, Unna)

2. Sonntag in der Osterzeit „Weißer Sonntag“

Martina Taylor by pixelio.de

Ein Schälchen mit Wasser steht bereit, Bibel, Osterkerze

Eröffnungslied 422 oder 418 oder 405

Wir beginnen im Zeichen des Kreuzes: Im Namen des …
Alle Teilnehmenden sind eingeladen einen Augenblick still zu werden.
Was hat mich diese Woche gefreut, was lässt mich dankbar sein, was hat mich umgetrieben, was hat mich traurig gestimmt?

Kurzer Austausch

Alles wird zusammengetragen im Lied 483

Evangelium des Sonntags Johannes 20, 19–31
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden
bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen:
Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Impuls: Es gibt sogar ein Lied, das diese Bibelstelle besingt.

Eingestimmt: 414
Strophen 7-11
Wir können dieses Lied singen oder abwechselnd beten.

Was bedeutet mir dieser Satz aus dem Munde Jesu:
„Glückselig alle, die nicht sehn und dennoch fest im Glauben stehn; sie werden mit ihm auferstehn.“ Halleluja.
Wer ist mir vielleicht ein Vorbild im Glauben, wer konnte so vertrauen?
Bestärken wir uns nun gegenseitig im Glauben, in dem wir uns gegenseitig mit Wasser ein Kreuz auf die Stirn zeichnen und uns Wort sagen, das uns stärkt, kräftigt, aufrichtet:

„Sei gesegnet und behütet!“ …. oder „Sei gewiss, Christus geht alle Wege mit dir!“ …..oder…. „Sei gestärkt und begleitet auf den Wegen, die du in dieser neuen Woche gehen wirst!“ oder eine eigene Formulierung

Vater unser

Gebet zusammen SEITE ! 665 von Roger Schütz

Segen S. 665

Segenslied 680 oder ein anderes Lied

Abendlob in der Osterwoche

Ruben Weyringer pixelio.de

Vorzubereiten Osterkerze/Kerzen/Weihrauch/Bibel
Nur die Osterkerze brennt

Wir finden uns zusammen ein, der Raum ist nur wenig erhellt:
Eröffnungsruf: 734 (gesungen)
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Lied 735 oder 485 währenddessen werden von der Osterkerze alle anderen Kerzen entzündet
Psalm 141 unter der Nummer 732/733 währenddessen kann Weihrauch entzündet werden

Schriftlesung
Joh 20, 11-18
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Stille (2 oder 3 Minuten können helfen, sich auf den Text einzulassen)
Austausch: Welcher Satz hat mich angesprochen? Was kommt mir beim Hören dieses Bibelwortes?

Impulstext:                                                               

OSTERN
nicht im untergang stehen bleiben
sondern neues erwarten dürfen

OSTERN
dem leben trauen
weil einer das leben selbst geworden ist

OSTERN
hoffnung über alle enge, isolation und krankheit hinaus
freude über alle freude, auch für den,
der ohne tränen weint, die ohne träne weint

OSTERN
mit neuer phantasie und neuem mut
meine taufe leben
gerade in diesen zeiten
möge der auferstandene an meiner seite gehen und auch mich mit Namen rufen:
(Hier bitte die Namen der Mitfeiernden einsetze)
„NN“: Ich gehe an deiner Seite, ich sende dich, geh, mein Kind: „NN“.

Lobpreis Magnificat

Taizélied 569 (Rahmengesang)

Nach mehrmaligem Singen kann der Text des Liedes 563 als moderne Übersetzung des Magnificat gesungen oder gesprochen werden.

Lied 569 bildet den Abschluß (Rahmengesang)

Fürbitten 739

Vater unser

Schlussgebet SEITE!!! 665

Segen SEITE !!! 665

Schlusslied 606 oder 600 oder 985 oder 207

 

Ich bin unter der Rufnummer

0176 55512348

für Sie erreichbar.

 

Ihr Pfarrer

Robert Geßmann

 

Pfarrbüro: 0231 652872

Fax: 0231 96989807

dortmund@alt-katholisch.de

 

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